Viele Menschen, die zum ersten Mal eine Panikattacke erleben, beschreiben es ähnlich: Es kam völlig unerwartet. Eben war noch alles normal, und plötzlich gerät der eigene Körper scheinbar außer Kontrolle.
Das Herz rast, die Atmung verändert sich, Schwindel oder ein beklemmendes Gefühl in der Brust treten auf. Manchmal entsteht sogar die Angst, die Kontrolle zu verlieren oder ernsthaft körperlich zu erkranken.
Besonders verunsichernd ist, dass es scheinbar keinen erkennbaren Anlass gibt. Eine Panikattacke kann einen mitten im Alltag treffen – beim Einkaufen, unterwegs oder sogar in einer entspannten Situation.
Welche Symptome können auftreten?
Panikattacken können sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich äußern. Häufige Begleiterscheinungen sind:
– Herzrasen oder starkes Herzklopfen
– Atemnot oder das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können
– Schwindel und Benommenheit
– Zittern, Schwitzen oder Hitzewallungen
– Kribbeln oder Taubheitsgefühle
– Druck oder Engegefühl in der Brust
– Angst vor Kontrollverlust oder davor zu sterben
– ein Gefühl von Unwirklichkeit oder Entfremdung
Nicht jeder Mensch erlebt dieselben Symptome. Während bei manchen die körperlichen Beschwerden im Vordergrund stehen, erleben andere vor allem eine intensive innere Unruhe oder ein überwältigendes Gefühl von Bedrohung.
Warum entstehen Panikattacken?
Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Stress, anhaltende Belastungen, schwierige Lebenssituationen oder belastende Erfahrungen können eine Rolle spielen.
Manchmal lässt sich ein Zusammenhang mit der aktuellen Lebenssituation erkennen, manchmal scheint die Panik tatsächlich ohne erkennbaren Auslöser aufzutreten.
Ein möglicher Mechanismus ist das Zusammenspiel von körperlichen Empfindungen und deren Bewertung: Ein plötzliches Herzklopfen wird als bedrohlich wahrgenommen. Dadurch entsteht Angst, die wiederum die körperliche Stressreaktion verstärkt. So können sich körperliche Symptome und Angst gegenseitig hochschaukeln.
Doch nicht jede Panikattacke lässt sich auf diese Weise erklären. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte und seine individuellen Erfahrungen mit.
Die eigene Körperwahrnehmung verstehen
Nach einer Panikattacke beobachten viele Betroffene ihren Körper besonders aufmerksam. Schon ein schnellerer Herzschlag oder eine veränderte Atmung können die Sorge auslösen, dass eine neue Attacke bevorsteht.
In der therapeutischen Arbeit kann es deshalb hilfreich sein, die eigene Körperwahrnehmung stärker einzubeziehen.
Welche körperlichen Empfindungen treten auf? Welche Gedanken und Gefühle begleiten sie? Gibt es bestimmte Situationen oder Belastungen, die damit zusammenhängen?
Es geht darum, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen und einen neuen Umgang mit ihnen zu entwickeln. Schritt für Schritt kann so auch wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper entstehen.
Wie kann Psychotherapie unterstützen?
In der Psychotherapie gibt es verschiedene bewährte Möglichkeiten, mit Panikattacken zu arbeiten. Die kognitive Verhaltenstherapie setzt beispielsweise bei der Angst vor körperlichen Empfindungen und den damit verbundenen Gedanken und Verhaltensmustern an.
Auch körperorientierte Methoden und Entspannungsverfahren können unterstützend eingesetzt werden. Welche Ansätze sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation und dem persönlichen Erleben ab.
Eine allgemeingültige Lösung gibt es oft nicht. Mir ist wichtig, gemeinsam zu schauen, welche Zusammenhänge hinter den Panikattacken stehen könnten und welche therapeutische Unterstützung hilfreich ist.
Panikattacken können sehr beängstigend sein. Doch sie müssen nicht dauerhaft den Alltag bestimmen. In einem geschützten therapeutischen Rahmen kann es möglich werden, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen und Schritt für Schritt einen neuen Umgang mit der Angst zu entwickeln.
Wenn Sie unter Panikattacken leiden und sich Unterstützung wünschen, begleite ich Sie gerne in meiner Praxis für Psychotherapie in Hamburg-Eimsbüttel.
